Psychologische Lerntherapie

FAQ zu Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten

Ihr Kind hat Lernschwierigkeiten?
Wir helfen als Facheinrichtung der integrativen und psychologischen Lerntherapie bei

  • Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)
  • Rechenschwierigkeiten, Rechenstörung (Dyskalkulie)
  • Lernschwierigkeiten bei ADHS oder Aufmerksamkeitsdefiziten
  • Psychischen (emotional-motivationalen) Lernschwierigkeiten

In der LTE Lern-Therapeutische Einrichtung® diagnostizieren und behandeln wir Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten und Lernstörungen nach den Kriterien der S3-Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften und den relevanten Leitlinien der Kinder- und Jugendpsychotherapie. So erfüllen wir die Qualitätskriterien unseres zertifizierten Qualitätsmanagements.

Wenn Sie Fragen zu Lernschwierigkeiten Ihres Kindes oder zur integrativen und psychologischen Lerntherapie haben, beantworten wir diese auch gerne telefonisch unter 0711. 806 66 82 (LTE-Zentrale). Gerne können Sie uns auch eine Mail schreiben: info@lte-lerntherapie.de. Wir setzen uns umgehend mit Ihnen in Verbindung.

  • +Definition
    Was sind "Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten"?

    Definition. "Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten" sind gekennzeichnet durch zeitlich überdauernde erwartungswidrige schulische Minderleistungen. Die erwartungswidrigen schulischen Minderleistungen basieren auf "Lernproblemen", deren primäre Ursache gravierende Defizite in den emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen sind.

    Minderleistung. Zu den Kernsymptomen der emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten gehört die schulische Minderleistung ("Underachievement"). Die betroffenen Schüler/innen zeigen schulische Leistungen, die erwartungswidrig unter dem Niveau ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit (Intelligenz) liegen. - Dabei sind die emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen und das "Lernen" defizitär. Als emotional-motivationale Kernsymptome sind das Schulische Fähigkeiten-Selbstkonzept und/oder die Lernmotivation störungskritisch.

    Lernprobleme. Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten sind gekennzeichnet durch Defizite im "Tun" (Lernen) bei gleichzeitigem "Können" (Kognitive Leistungsfähigkeit). Es mangelt am notwendigen Lernen. Defizite im Lernen sind Ursache und Antrieb des Entwicklungsprozesses sich kontinuierlich verschlechternder Schulleistungen. Defizitär ist das Lernverhalten (s. Lernqualität), beispielsweise mangelt es bei Aufgabenbearbeitungen an Systematik, Aufmerksamkeit und Konzentration. Und/oder defizitär ist die Lernzeit (s. Lernquantität).

    Die Lernerwartungen und/oder Leistungserwartungen des Schülers und/oder seines psychosozialen Umfeldes (s. Eltern und Lehrer) sind unrealistisch. Das Lernen ist konfliktreich. Wiederholt vermeidet der betroffene Schüler das Lernen. Immer wieder sind die Kognitionen dysfunktional und die lernbegleitenden Emotionen hinderlich (s. Prüfungsängste, Leistungs- und Versagensängste).

    Entwicklung. Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten unterliegen in Umfang und Schweregrad einem Entwicklungsprozess. Schließlich treten emotional-motivationale Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen in mehreren Hauptfächern und zeitlich überdauernd auf. Der Entwicklungsprozess in die erwartungswidrigen schulischen Minderleistungen ist ein Grund dafür, dass diese gravierenden Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen oftmals erst nach der Grundschule erkannt werden.

    Grundschulalter. Bereits mit Eintritt in die Schule können psychische Lernschwierigkeiten auftreten; betroffene Kinder zeigen im Unterricht eine erhöhte Lernverweigerung. Verstärkt werden diese psychischen Lernschwierigkeiten durch kognitive Schwierigkeiten (s. Lernschwierigkeiten bei AD(H)S; Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten, Rechenschwierigkeiten). Die Lernschwierigkeiten können sich schon während der Grundschulzeit zu Lernstörungen entwickeln, so dass betroffene Kinder eine Klasse wiederholen oder die Grundschule verlassen müssen.

    Jugendliche. Mit Anwachsen der schulischen Anforderungen treten die Symptome deutlicher hervor; die emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten und die Lernrückstände erhöhen sich. Mit der Zeit entwickelt sich aus den Lernrückständen eine überdauernde Minderleistung ("Underachievement"); es kommen erwartungswidrige Minderleistungen in mehreren Schulfächern vor. Der Jugendliche kann die Leistungsanforderungen aufgrund seiner Lernschwierigkeiten und Lernlücken (s. defizitäres Vorwissen) nicht mehr erfüllen; erkennbar sind sein schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept und/oder seine Lernmotivation sehr kritisch.

    Häufig müssen betroffene Jugendliche in ihrer Schullaufbahn eine Klasse wiederholen und/oder die Schulart wechseln. Diese Jugendlichen fallen auch durch Unterrichtsversäumnis, Schulschwänzen und Schulverweigerung auf. Es droht das Schulversagen. - Ohne psychologisch-lerntherapeutische und/oder (ergänzende) psychotherapeutische Intervention (Hilfe) ist die Schullaufbahn von Kindern und Jugendlichen mit einer "Emotional-motivationalen Lernstörung" nur selten begabungsadäquat.

    Psychische Belastung. Kinder und Jugendliche mit emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten erleben aufgrund ihrer Misserfolge Lern-Stress. Häufig entwickeln Betroffene können Prüfungsangst, Versagens- und Schulangst. Es bestehen Selbstwert-Probleme des Kindes (Jugendlichen). Vielfach entwickeln sich psychische Probleme und psychosomatische Beschwerden, eine emotionale Störung und/oder eine Störung des Sozialverhaltens. Die Schüler/innen und ihre Familien sind psychisch belastet. Die familiäre Interaktion und/oder die Interaktion mit Lehrer/innen sind belastet.

    Klassifikation. Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten und Lernstörungen.

    Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten (s. ICD-10 Z55.2) oder Lernstörungen (s. ICD-10 Z55.3) unterscheiden sich in ihrem Umfang und Schweregrad. Der Umfang wird bestimmt durch die betroffenen Schulfächer (s. Hauptfächer) und der Schweregrad wird bestimmt durch die erwartungswidrig schwachen schulischen Leistungen. Bei einer Lernstörung beträgt die Diskrepanz der schulischen Leistungen ? 1,5 Standardabweichungen (s. Regressionsmodell) zur kognitiven Leistungsfähigkeit (Intelligenz). Zudem wird der Schweregrad bewirkt durch personale und psychosoziale Risikofaktoren und den psychischen und psychosozialen Problemen des Betroffenen.

    Prävalenz (Häufigkeit). Von Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten sind in Deutschland bis zu 15 % der Schüler/innen betroffen. Rund 12,5 % der Schüler eines Altersjahrganges tun sich mit dem Lernen so schwer, "dass ein schwerwiegendes und anhaltendes schulisches Leistungsversagen die Folge ist" (s. Gold, 2011, S. 17).
    Schätzungsweise um 5 % der Kinder und Jugendlichen leiden unter einer Emotional-motivationalen Lernstörung. Bei rund 5 % der Kinder und Jugendlichen wird ein Schulabsentismus beobachtet, 6 % (bis 7,5 %) aller Schüler/innen beenden ihre Schullaufbahn ohne einen Hauptschulabschluss.

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  • +Erscheinungsbild
    Fallbeispiele | Wie äußern sich "Emotional-Motivationale Lernschwierigkeiten"? Wie (woran) erkennt man "Emotional-Motivationale Lernschwierigkeiten"? | Subtypen

    Fallbeispiele

    Anton: Fähigkeiten-Selbstkonzept

    Anton (15 Jahre) besuchte die 8. Klasse einer Realschule. - Nach der Grundschulzeit, die unauffällig verlief, wechselte er in die 5. Klasse eines Gymnasiums. Ab dem 2. Halbjahr der 5. Klasse wiesen seine schulischen Leistungen deutliche Schwankungen auf. In der 6. Klasse waren immer stärkere Leistungseinbrüche zu verzeichnen. Seine Eltern organisierten für Anton umfangreiche Nachhilfe.

    "Lernen und Leistungen" führte zu Hause zu immer stärkeren Konflikten. In der Schule bemängelten seine Lehrer seine geringe Unterrichtsbeteiligung. Anton lernte immer weniger. Am Ende der 7. Klasse wurde Anton nicht in die 8. Klasse versetzt. Auf Empfehlung der Schule erfolgte ein Wechsel auf eine Realschule. Hier wiederholte er die 7. Klasse. Im ersten Halbjahr auf der Realschule erzielte Anton durchschnittliche Leistungen. Aber im 2. Halbjahr fielen seine Leistungen wieder ab.

    Sein unzureichendes Lernen und die resultierenden kritischen schulischen Leistungen hielten die Konflikte zu Hause aufrecht. Anton nahm mehr und mehr Gelegenheiten wahr, Schulstunden und Schultage zu schwänzen. Hausaufgaben erledigte schon lange nicht mehr. In der 8. Klasse lagen seine schulischen Leistungen wieder im versetzungskritischen Bereich. Nach Ansicht seiner Eltern hatte Anton "mit der Schule abgeschlossen".

    Fachdiagnostik. Die Fachdiagnostik der LTE offenbart eine kognitive Leistungsfähigkeit (Intelligenz) im oberen Durchschnitt und erwartungswidrige schulische Minderleistungen. Antons emotional-motivationale Lernvoraussetzungen sind sehr kritisch. Sehr defizitär sind sein Schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept und seine Lernziele. Seine Schulunlust ist hoch. Kritisch sind auch seine Stressbewältigungsstrategien und sein Selbstwertgefühl. Anton leidet unter seinen Problemen.

    Störungsentwicklung. Mit steigenden schulischen Anforderungen wuchs Antons Annahme (Gedanke) der Überforderung ("Ich kann das nicht"). Seine Zweifel wurden größer ("Ich schaffe das nicht"). "Lernen und Leistungserwartungen" wurde für ihn zu einer kontinuierlich größeren Bedrohung und psychischen Belastung. Anton entwickelte schließlich eine dysfunktionale Lern-Verweigerung und Schulabsentismus ("Heute ist es mir egal, ich lasse es einfach.").

    Antonia: Lernmotivation

    Antonia (13 Jahre) besuchte die 7. Klasse eines Gymnasiums und war versetzungsgefährdet. - Ihre Schulnoten in den Hauptfächern entwickelten sich seit der 5. Klasse negativ. Ihre Eltern organisierten für Antonia umfangreiche Nachhilfe. Nach der 6. Klasse wechselte sie auf ein anderes Gymnasium.

    Antonia versuchte seit der 6. Klasse zunehmend, Lern- und Leistungssituationen zu meiden. Sie verweigerte das Lernen (s. Hausaufgaben), stattdessen nahm ihre Mediennutzung deutlich zu. Und sie schwänzte immer wieder Unterrichtstunden. Ihre Lernlücken wuchsen und ihre schulischen Leistungen wurden immer schlechter. Antonia war nicht mehr in der Lage, sich ihren Misserfolgen und ihrem Gefühl der Überforderung funktional zu stellen. Sie zog sich mehr und mehr zurück.

    Fachdiagnostik. Die Fachdiagnostik der LTE deckt auf, dass ihre kognitive Leistungsfähigkeit, die im Durchschnitt liegt, nicht "gymnasial" ist. Ihre emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen sind erwartungskonform sehr kritisch. Neben einem sehr defizitären Schulischen Fähigkeiten-Selbstkonzept bestehen sehr kritische Lern- und Leistungsziele und "so gut wie keine" Lern- und Leistungsmotivation. Antonia beurteilt emotionale Probleme (s. Ängste); schwer belasten ihre schulischen Schwierigkeiten sie und ihre Familie.

    Störungsentwicklung. Eigene unrealistische schulischen Leistungserwartungen und die ihres psychosozialen Umfeldes (s. Eltern) festigten bei Antonia ein Gefühl der Überforderung und Minderwertigkeit: "Die Erwartungen meiner Eltern blockieren mich beim Lernen. Irgendwie kann ich nicht mehr lernen." Schließlich war sie davon überzeugt, schulische Lern- und Leistungsanforderungen nicht mehr bewältigen zu können und sie schwänzte immer häufiger die Schule, auch um negativen Rückmeldungen ihrer Lehrer/innen zu entgehen.

    Phänomenologie. Wie äußern sich "Emotional-Motivationale Lernschwierigkeiten"? Wie (woran) erkennt man ""Emotional-Motivationale Lernschwierigkeiten"?

    Es bestehen gravierende Lern- und Leistungsschwierigkeiten. Die schulischen Leistungen werden seit Monaten oder Jahren schlechter. Häufig können betroffene Schüler/innen ihre schulischen Leistungen nicht realistisch einschätzen und oftmals versäumen sie den Schulunterricht mit steigend wachsender Häufigkeit; von geistiger Abwesenheit über Schwänzen einzelner Unterrichtsstunden bis hin zum Schulabsentismus. Diese Schwierigkeiten bestehen auch nach einem Schulwechsel weiter.

    Kognitive Lernvoraussetzungen. Betroffene Schüler/innen unterscheiden sich in ihren kognitiven Lernvoraussetzungen, besonders in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit (Intelligenz). Begleitend zu emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten können "Lernschwierigkeiten bei AD(H)S", Lese- Rechtschreibstörungen oder Rechenstörungen bestehen. Ihre Lernlücken (s. Vorwissen) werden seit Monaten oder Jahren stetig größer. Und ihre wachsenden Lernlücken verstärken ihre emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten.

    Emotional-motivationale Lernvoraussetzungen. Betroffene Schüler/innen nehmen ihre gravierenden Lern- und Leistungsschwierigkeiten wahr. Aber ohne psychologisch-lerntherapeutische Hilfe können sie nicht funktional (hilfreich) damit umgehen. Denn stets sind ihre emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen sehr kritisch: Schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept ("ich weiß, was ich kann") und/oder ihre Lernmotivation ("ich will lernen").

    Lernen. Das Lernen ist unzureichend. Das Lernverhalten (s. Lernqualität) und/oder die Lernzeit (s. Lernquantität) betroffener Schüler/innen ist kritisch; dabei sind die Lerntechniken und/oder die Aufgabenbearbeitung oftmals unzureichend. Es besteht nur geringe oder keine Bereitschaft (s. Disziplin), sich beim Lernen anzustrengen oder durchzuhalten (s. Volition).

    Psychische Belastungen. Oft bestehen seit Monaten oder Jahren gravierende Selbstwertprobleme, auffällige emotionale Probleme (s. Ängste), Verhaltens- und/oder Familienprobleme. Unter diesen Problemen leiden die betroffenen Schüler/innen. Und die Probleme belasten die gesamte Familie.

    Subtypen

    In der psychologisch-lerntherapeutischen Praxis zeigen sich drei Subtypen der emotional-motivationalen Lern-Leistungsstörung.

    Emotional. Häufigkeit ca. 50 %. Das Kernsymptom vom Störungstyp "Emotional" ist ein defizitäres, unterdurchschnittliches bis weit unterdurchschnittliches Schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept bei durchschnittlichen Lern- und Leistungszielen. - Auffällig kritisch (s. dysfunktional) beim Störungstyp "Emotional" ist sein "Tun"; auffallend sind Lern-Disziplin und Lern-Volition (Durchhaltevermögen). Oftmals schiebt dieser Störungstyp das Lernen auf und/oder bricht das Lernen ab.

    Motivational. Häufigkeit ca. 25 %. Das Kernsymptom vom Störungstyp "Motivational" sind defizitäre, unterdurchschnittliche bis weit unterdurchschnittliche Lern- und Leistungsziele und eine störungskritische Lernmotivation bei einem durchschnittlichen Schulischen Fähigkeiten-Selbstkonzept. - Auffällig kritisch (s. dysfunktional) beim Störungstyp "Motivational" ist sein "Wollen"; auffallend ist sein defizitäres Interesse am schulischen Lernen. Oftmals ist es diesem Störungstyp aber wichtig, nicht als "Versager" zu erscheinen ("ich könnte, wenn ich wollte").

    Dieser Störungstyp ist prädestiniert für die Schulverweigerung; Schulverweigerung und Schulabbruch beginnen oft mit Schwänzen des Unterrichts. Für zweidrittel der Schüler/innen ist Schulunlust ein Grund zu schwänzen (s. Stamm, 2009, S. 29).

    Emotional-Motivational. Häufigkeit ca. 25 %. Die Kernsymptome vom Störungstyp "Emotional-Motivational" sind ein kritisches (defizitäres) Schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept, kritische (defizitäre) Lern- und Leistungsziele und eine störungskritische Lernmotivation. - Betroffene Schüler/innen sind seit Monaten oder Jahren negativen Schulerfahrungen (s. Misserfolge) ausgesetzt. Diese bewirkten Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl und defizitäres Schulisches Fähigkeiten-Selbstkonzept und führten zu einer steten Minderung der Lern-Leistungsziele und Lernmotivation.

    Auch dieser Störungstyp weist aufgrund des immer stärker abnehmenden Interesses am schulischen Lernen ein erhöhtes Risiko zur Schulverweigerung auf; zumal Betroffene oftmals durch die gewählte Schulform kognitiv und die Leistungsanforderungen emotional-motivational überfordert sind.

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  • +Ursachen
    Was sind die Ursachen von "Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten"?

    Ursachen und Schweregrad. Lernschwierigkeiten und Lernstörungen unterscheiden sich in ihrem Schweregrad (s. erwartungswidrige Minderleistung). Der Schweregrad der emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten wird beeinflusst durch ungünstige Lern-Leistungserwartungen, dysfunktionale Kognitionen und hinderliche lernbegleitende Emotionen (s. Prüfungsängste, Leistungs- und Versagensängste), den Grad der psychischen Belastung der Betroffenen und ungünstige biopsychosoziale Faktoren, aber auch durch die kognitiven Lernvoraussetzungen (s. Lernschwierigkeiten bei AD(H)S, Lese- und/oder Rechtschreibstörungen sowie Rechenstörungen).

    Ursachen. Biopsychosoziales Erklärungsmodell von Lernschwierigkeiten (s. Bernart & Weinig, 2020).

    Ungünstige Persönlichkeitsfaktionen und psychosoziale Faktoren (Bedingungen) bewirken kritische emotional-motivationale Lernvoraussetzungen und defizitäres Lernen (s. Lernverhalten); auch aufgrund von Schwierigkeiten der kognitiven Lern-Selbstregulation und/oder Emotionsregulation.

    • Biologisch. Genetische Prädisposition für ungünstige Persönlichkeitsfaktoren.
    • Psychisch. Kritische (defizitäre) emotional-motivationale Lernvoraussetzungen, dysfunktionale Kognitionen und lernbegleitende Emotionen (s. Prüfungsängste, Leistungs- und Versagensängste).
    • Sozial. Dysfunktionale psychosoziale Faktoren (Bedingungen) im Lern-Wirkungsgefüge der Betroffenen und unrealistische Lern-Leistungserwartungen des Kindes (Jugendlichen) und/oder seiner Umwelt (Eltern und Schule).
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  • +Diagnostik
    Wann sollte getestet werden? Wer testet "Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten"? Wie werden "Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten" diagnostiziert? Was wird getestet? | Wieviel kostet ein Test?

    Um emotional-motivationale Lernschwierigkeiten psychologisch-lerntherapeutisch diagnostizieren zu können, bedarf es eines fundierten störungsspezifischen Wissens sowie möglicher kognitiver und emotionaler Störungs-Komorbiditäten. – Die Überprüfung und Befunderhebung von »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten« erfordert eine umfassende Basis- und Differenzialdiagnostik; zumal auch bei primär kognitiven Lernstörungen und schulischer Überforderung die Kernsymptome »Emotional-motivationaler Lernschwierigkeiten« auftreten können.

    Wann sollte getestet werden? Wenn Kernsymptome emotional-motivationaler Lernschwierigkeiten auftreten, dabei sind besonders die erwartungswidrigen Minderleistungen auffallend, sollte zeitnah der betroffene Schüler psychologisch-lerntherapeutisch diagnostiziert werden. Möglichst frühzeitig sollte überprüft werden, ob »Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten« bestehen; dabei sollte auch überprüft werden, ob »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S«, primär kognitive Lernstörungen (s. Lese-Rechtschreibstörung, Rechenstörung) oder beispielsweise schulische Überforderung bestehen.

    Wer testet? »Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten« können in spezialisierten Kinder- und Jugendpsychiatrien oder psychologisch-lerntherapeutisch in der LTE (LTE Lern-Therapeutische Einrichtung®) mittels umfassender Basis- und Differenzialdiagnostik überprüft werden

    Wie werden »Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten« diagnostiziert? | Was wird getestet?

    Bei Verdacht auf »Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten« und/oder bei Vorliegen einer fachlichen Diagnose psychischer Störungen des betroffenen Kindes (Jugendlichen) bildet die wissenschaftlich fundierte Diagnostik von »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten« die mehrstündige Basis- und Differenzialdiagnostik. Dabei werden zum einen die kognitiven Lernvoraussetzungen, einschließlich der kognitiven Leistungsfähigkeit (Intelligenz), und zum anderen die emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen überprüft. Die Lernbiographie und Lernstände (s. Hauptfächer) des Kindes (Jugendlichen) werden ermittelt. Die Persönlichkeitsfaktoren, die Kognitionen und die lernbegleitenden Emotionen, außerdem die psychischen Symptome des Kindes (Jugendlichen) sowie die psychosozialen Faktoren (s. Lern-Wirkungsgefüge) werden eruiert.

    • Kognitive Lernvoraussetzungen: Testungen der kognitiven Leistungsfähigkeit (Intelligenz), Leistungs- und Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeitsfunktionen und Konzentration, Gedächtnisfunktionen, exekutiven Funktionen und des metakognitiven »Lern-Wissens«.
    • Emotional-motivationale Lernvoraussetzungen: Ermittlung des Schulischen Fähigkeiten-Selbstkonzeptes, der Lern- und Leistungsziele, Lern- und Leistungsmotivation sowie der Anstrengungsbereitschaft des Kindes (Jugendlichen) mittels wissenschaftlich anerkannter Fragebögen.
    • Lernstände: Testung der Lernstände in Deutsch (s. Lesen und Rechtschreibung) und Mathematik (s. Rechnen) zur Überprüfung, ob eine Lese-Rechtschreibstörung oder Rechenstörung besteht.
    • Biopsychosoziale Wirkungsfaktoren: Ermittlung der Persönlichkeitsfaktoren, der Kognitionen (Annahmen) und der lernbegleitenden Emotionen (s. Prüfungsängste, Leistungs- und Versagensängste; außerdem der psychischen Symptome (Probleme) des betroffenen Kindes (Jugendlichen) sowie der psychosozialen Faktoren (Bedingungen) in Familie und Schule mittels wissenschaftlich anerkannter Fragebögen.

    Die fundierte psychologisch-lerntherapeutische Basis- und Differenzialdiagnostik ist mit ihren quantitativen und qualitativen Auswertungen die gesicherte Grundlage für ein individuelles Störungsmodell (s. Lern-Wirkungsgefüge) und die indizierten multimodalen Interventionen.

    Wieviel kostet ein Test?

    Kosten (Gebühren). Die Diagnostik umfasst ein diagnostisches Elterngespräch und/oder Fragebögen (Exploration), 6 Diagnoseeinheiten (i.d.R. 2 x 2,5 Zeitstunden), ein Eltern-Auswertungsgespräch und einen schriftlichen mehrseitigen wissenschaftlich fundierten Befundbericht. Gebühren 698,00 € (bei Lerntherapie). Diese Gebühren schließen ein: Materialgebühren sowie 5-6 Einheiten (je 45 Minuten) für die Fragebögen- und Testauswertungen, Erstellung und Supervision (Überprüfung) eines schriftlichen wissenschaftlich fundierten Befundberichtes mit Maßnahmenempfehlungen.

    Eine Arbeitseinheit (45-50 Minuten) wird mit ca. 45 € honoriert. Damit liegen die Gebühren für die LTE-Fachdiagnostik deutlich unter dem Vergütungssatz für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten (≥ 100 €) und dem Fachstundensatz für professionelle integrative Lerntherapie (≥ 70 €, siehe beispielsweise die Vergütungsverordnung des Berliner Senats zu § 35 a SGB VIII).

    LTE-Diagnostik zum Deckungsbeitrag (Selbstkostenpreis). Wozu? Unsere Fachdiagnostik soll Eltern helfen, die richtige Hilfe für ihr Kind einzuleiten. Die wissenschaftlich fundierte Diagnostik ist die Grundlage, gesichert die Elternfragen zu den Lernschwierigkeiten und deren Ursachen wie auch zu der schulischen Entwicklung des Kindes (Jugendlichen) zu beantworten.

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  • +Behandlung
    Was tun bei "Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten"? Welche Förderung oder Behandlung bei "Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten"? | Elternarbeit | Schularbeit | Psychologische Arbeit mit dem Kind (Jugendlichen)

    Was tun bei »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten«?
    Welche Förderung oder Behandlung bei Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten«?

    Multimodale Behandlung. Eine frühzeitige symptombasierte und multimodale Behandlung nach wissenschaftlich-medizinischen Kriterien und Standards ist dringend geboten. Bei der multimodalen psychologisch-lerntherapeutischen Behandlung emotional-motivationaler Lernschwierigkeiten (s. Lernstörungen) sind zum einen bestehende primär kognitive Lernschwierigkeiten und Lernstörungen und zum anderen die Persönlichkeitsfaktoren und psychischen Symptome (Probleme) des Kindes (Jugendlichen) wie auch die psychosozialen Faktoren (s. Lern-Wirkungsgefüge) zu berücksichtigen.

    Primär kognitive Lernschwierigkeiten und Lernstörungen. Koexistente Lernschwierigkeiten und Lernstörungen (s. Lese- und/oder Rechtschreibstörung, Rechenstörung) sind leitliniengetreu zu behandeln; auch »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S« (s. auch die S3-Leitline »Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter« der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften, 2017).

    Im Rahmen des multimodalen Behandlungsplans kann bestehenden psychischen Störungen des Kindes (Jugendlichen) der Vorrang eingeräumt werden; dabei ist der Schweregrad dieser Störungen zu berücksichtigen. Ansonsten sollte der Schwerpunkt stets auf der psychologischen Lerntherapie und der psychologischen Arbeit mit dem Kind (Jugendlichen), Eltern und Schule (Lehrer) liegen. Diese psychologischen Interventionen sollten auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie basieren.

    Fallmanagement. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Planung der multimodalen Interventionen (s. Behandlungsplanung) durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie realisiert werden. Dabei wird das Fallmanagement i.d.R. ein psychologischer Lerntherapeut im Rahmen seiner Behandlung übernehmen; gewöhnlich dann, wenn Symptome der »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten«, Symptome koexistierender Lernstörungen und/oder »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S« die schulische Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.

    Elternarbeit

    Eltern wird eine evidenzbasierte und verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung und Elternarbeit angeboten. Die Elternarbeit wird von LTE-Therapeuten stets als individuelle Einzelarbeit durchgeführt. Sie basiert auf dem Therapieprogramm von Bernart und Weinig (2020); dieses Therapoieprogramm berücksichtigt funktionale Modulteile aus wirksamen Therapieprogrammen und Elterntrainings; beispielsweise aus dem »SELBST-Therapieprogramm (Band 2)«, »PLAN E – Eltern stark machen«, Trainingsmanual »Triple P« oder dem »THOP-Elternprogramm«.

    Elternarbeit. Die psychologische Elternarbeit klärt auf (s. Psychoedukation) und fördert das Verständnis für die Symptomatik der emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten und das störungsspezifische Lern-Wirkungsgefüge des Kindes (Jugendlichen).

    In der Elternarbeit werden beispielsweise ungünstige Annahmen (Kognitionen), Einstellungen oder unrealistische Lern-Leistungserwartungen abgeändert. Entwickelt werden die störungsspezifischen Bewältigungskompetenzen. Das spezifische Erziehungsverhalten wird optimiert. Stets mit dem Ziel, das Lern-Wirkungsgefüge und das »Lernen« (s. Lernverhalten) des Kindes (Jugendlichen) wirksam zu verbessern. – Bei Jugendlichen werden oftmals auch Familieninterventionen zur Verminderung von Eltern-Jugendlichen-Konflikten durchgeführt.

    Schularbeit

    Wenn Kinder (Jugendliche) in der Schule mit »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten« auffällig werden, sollte eine verhaltenstherapeutisch orientierte Schularbeit durchgeführt werden. Dabei können die Lehrer/innen über relevante Inhalte psychologisch-lerntherapeutischen Behandlung und der individuellen Elternarbeit (s. Lern-Wirkungsgefüge) informiert werden.

    Schularbeit. Die psychologisch-lerntherapeutisch Schularbeit zielt darauf ab, durch Aufklärung (s. Psychoedukation) und Beratung das Verständnis der Lehrer/innen für die Symptomatik und die »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung)« zu verbessern. Stets mit dem Ziel, das Lehr- und Erziehungsverhalten der Lehrer/innen derart zu optimieren, dass die »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten« des Kindes (Jugendlichen) in der Schule vermindert werden.

    Psychologisch-lerntherapeutische Behandlung

    Methodik und Didaktik. Konzeption, Methodik und Didaktik unserer psychologischen Lerntherapie sind evidenzbasiert und basieren auf empirisch belegten Wirkfaktoren erfolgreichen Lernens. Die verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlung der »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung)« ist symptomspezifisch und multimodal. Sie schließt Kind (Jugendlichen), Eltern und Lehrer/innen ein (s. Lern-Wirkungsgefüge).

    Die Behandlung berücksichtigt besondere Interessen und Motivationen sowie das Stärken- und Störungsprofil des Kindes (Jugendlichen). Sie basiert zum einen auf den individuellen kognitiven und »störungskritischen« emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen und zum anderen auf den Persönlichkeitsfaktoren und psychischen Symptomen (Problemen); sie basiert wesentlich auf dem »störungsspezifischen« biopsychosozialen Lern-Wirkungsgefüge des Kindes (Jugendlichen).

    Die psychologisch-lerntherapeutische Behandlung wird von LTE-Therapeuten stets als individuelle Einzelarbeit durchgeführt. Sie basiert auf dem Therapieprogramm von Bernart und Weinig (2020); dieses Therapieprogramm berücksichtigt funktionale Modulteile aus wirksamen Therapie- und Trainingsprogrammen; beispielsweise aus dem »SELBST-Therapieprogramm (Band 2)«, »Lerntraining LeJa« oder dem »Verhaltenstraining bei ADHS im Jugendalter«

    Lerntraining. Ein Kernmodul der psychologisch-lerntherapeutischen Behandlung ist das »Lerntraining«. Dieses entwickelt bedeutende Lern-Kompetenzen; besonders Lern-Organisation und Selbstmanagement, Selbstbeobachtung und Selbststeuerung (s. Selbstinstruktionen) beim Lernen.

    Das Lerntraining vermittelt auch Lerntechniken und Lernstrategien. Dabei werden Belohnungspläne eingeführt, die auf den Einsatz von günstigen Lernstrategien und das sichere Erreichen von realistischen Lernzielen abzielen. – Stets ist ein funktionales »Lernen« (s. Lernverhalten) des Kindes (Jugendlichen) ein primäres Ziel der Behandlung.

    Emotional-motivationale Lernvoraussetzungen. Ein weiteres Kernmodul der psychologisch-lerntherapeutischen Behandlung ist die positive Entwicklung der emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen. Dabei basiert das wirksame LTE-Behandlungskonzept auf aktuellen Forschungserkenntnissen zu den Wirkfaktoren erfolgreichen Lernens.

    Primäre Ziele der psychologisch-lerntherapeutischen Behandlung »störungskritischer« und defizitärer emotional-motivationaler Lernvoraussetzungen sind:

    • die Entwicklung eines realistischen Schulischen Fähigkeiten-Selbstkonzeptes und des sicheren Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten;
    • die Entwicklung realistischer und motivierender Lern- und Leistungsziele, andauernder Lernmotivation und Anstrengungsbereitschaft;
    • der Abbau »störungsspezifischer« dysfunktionaler Kognitionen und ungünstiger lernbegleitender Emotionen (s. Prüfungsängste, Leistungs- und Versagensängste) und zugleich das Erlernen von hilfreichen Bewältigungsstrategien zur Verarbeitung von Misserfolgen;
    • der Abbau der psychischen Belastung aufgrund der schulischen Misserfolge und zugleich die Optimierung der psychosozialen Faktoren (s. Lern-Wirkungsgefüge).

    Lernstörungen und »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S«. Lerntherapeutische Behandlung von koexistierenden primär kognitiven Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen (s. Lese- und/oder Rechtschreibstörung, Rechenstörung) und/oder psychologisch-lerntherapeutische Behandlung von koexistierenden »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S«.

    Geissler, J., Vloet, T., Romanos, M., Zwanziger, U. & Jans, Th. (2019): Verhaltenstherapie bei ADHS im Jugendalter. Göttingen: Hogrefe.
    Linderkamp, F., Hennig, T. & Schramm, S.A. (2011). ADHS bei Jugendlichen: Das Lerntraining LeJA. Weinheim: Beltz (siehe S3-Leitlinie »AD(H)S«, Seite 149: Moderates Wirksamkeitsnachweis).
    Walter, D. & Döpfner, M. (2009). Leistungsprobleme im Jugendalter. Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen, SELBST (hrsg. M. Döpfner, D. Walter, C. Rademacher, S. Schürmann), Band 2. Göttingen: Hogrefe (siehe S3-Leitlinie »AD(H)S«, Seite 149 f.: Moderater Wirksamkeitsnachweis).

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  • +Gebühren
    Was kostet die psychologische Lerntherapie? Was kostet eine Therapiestunde psychologischer Lerntherapie? | Wer zahlt die psychologische Lerntherapie? Wer trägt die Kosten für die psychologische Lerntherapie?

    Gebühren. Der öffentlich-rechtliche Fachstundensatz für eine Einzel-Therapieeinheit (45 Minuten) pädagogischer integrativer Lerntherapie von FiL-zertifizierten Lerntherapeuten mit Hochschulabschluss in Pädagogik oder Psychologie und dreijähriger Weiterbildung liegt bei ≥ 70 €. Der Vergütungssatz für pädagogische oder psychologische Kinder- und Jugendpsychotherapeuten liegt bei ≥ 100 €.

    Die Einzel-Therapieeinheit psychologischer Lerntherapie liegt zwischen 77,33 und 85,43 €. Der Monatsbeitrag für den Basistarif beträgt 299,00 € und schließt Materialien, die Therapieevaluation und Therapiesupervision ein. Damit sind die Gebühren der LTE niedriger als der Vergütungssatz für pädagogische oder psychologische Kinder- und Jugendpsychotherapeuten; zudem sind alle Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten der LTE sozialversichert angestellt, werden vergleichbar mit dem öffentlichen Dienst (TVÖD) entlohnt und können eine betriebliche Altersvorsorge wahrnehmen.

    Wer zahlt die psychologische Lerntherapie? Wer trägt die Kosten für psychologische Lerntherapie? Die Therapiegebühren tragen grundsätzlich die Eltern (Auftraggeber). Die Gebühren unserer psychologischen Lerntherapie, die leitliniengetreu nach den relevanten S3-Leitlinien arbeitet, sind i.d.R. bei entsprechender Störungsdiagnose steuerlich absetzbar.

    Kostenbeteiligung vom Jugendamt. Ist das Kind (Jugendliche) nach psychiatrischem Befund aufgrund einer Lernstörung (s. »Emotional-Motivationale Lernstörung«) von einer seelischen Behinderung bedroht, dann kann das zuständige Jugendamt eine ambulante Hilfe nach § 35a SGB VIII bewilligen. Dann beteiligt sich das Jugendamt an den Kosten für die Behandlung der Lernstörung nach den aktuellen Vergütungssätzen des Landkreistages.

    Kostenübernahme von Krankenkassen. Eine Kostenübernahme ist Krankenkassen analog dem Urteil vom Bundessozialgericht aus dem Jahre 1979 (BSG, 48, 258 ff) nicht gestattet. Nur in Ausnahmefällen genehmigen gesetzliche und private Krankenkassen die Gebühren der Behandlung einer Lernstörung (s. »Emotional-Motivationale Lernstörung«), vorausgesetzt diese wird getreu der relevanten S3-Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften durchgeführt.

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  • +Nachteilsausgleich.
    Schulischer Nachteilsausgleich für Kinder und Jugendliche mit "Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung)".

    Grundlage für einen Nachteilsausgleich bei »Emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung)« ist grundsätzlich die fachärztliche Diagnose; das entsprechende Attest psychischer Störungen und koexistierender emotional-motivationaler Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung).

    Ist das Lernen durch kognitive Lernschwierigkeiten (s. Lernstörungen) und/oder psychische Lernschwierigkeiten erheblich beeinträchtigt, dann werden die emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen mit Dauer der Lernschwierigkeiten (s. Lernstörungen) immer ungünstiger. – Das Lernverhalten des betroffenen Kindes (Jugendlichen) wird »störungskritischer« (defizitärer); schulische und psychische Probleme verstärken sich – bis hin zum Schulversagen.

    Nachteilsausgleich. Ein Nachteilsausgleich wird gemäß der gültigen Rechtslage (auf Landesebene) gewährt. Schüler mit psychischen Störungen und koexistierenden emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörungen) haben einen bedeutsamen Nachteil gegenüber ihren Mitschülern. Dieser Nachteil ist nach der bundesdeutschen Verfassung auszugleichen (s. Grundgesetz, Artikel 3: »Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.«).

    Ein störungsadäquater Nachteilsausgleich und schulische Maßnahmen gemäß dem Störungsprofil und Lern-Wirkungsgefüge des betroffenen Kindes (Jugendlichen) dienen dazu, die sich verstärkende psychische Belastung infolge der schulischen Misserfolge aufgrund der psychischer Störung und koexistierenden emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten und ein Schulversagen zu vermeiden.

    Ein Nachteilsausgleich bei allgemeinen Klassenarbeiten für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen und koexistierenden emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörungen) ist hilfreich. Damit der Schüler in den »Vorteil eines Nachteilsausgleichs (s. positive Diskriminierung)« kommt, sind die leitliniengetreue Behandlung der psychischen Störungen und die multimodale psychologisch-lerntherapeutische Behandlung der koexistierenden emotional-motivationalen Lernschwierigkeiten (s. Lernstörung) grundsätzlich eine Bedingung.

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