FAQ - Emotional-motivationale Lernschwierigkeiten

Definition
Was sind »Lernschwierigkeiten bei AD(H)S oder Aufmerksamkeitsschwäche«?

AD(H)S. Die Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist gekennzeichnet durch die drei Kernsymptome: Aufmerksamkeitsstörung und/oder Impulsivität und motorische Hyperaktivität.

Beim Subtyp mit vorwiegender Unaufmerksamkeit ("ADS") sind die Impulsivität und Hyperaktivität nur in geringem Ausmaß oder gar nicht vorhanden; von ADS betroffene Kinder und Jugendliche weisen fast immer ein erhöhtes Maß an sozialer und leistungsbezogener Ängstlichkeit auf.

Die Kernsymptome treten situationsübergreifend und zeitlich überdauernd auf. Sie verursachen soziale Schwierigkeiten des Kindes (Jugendlichen) in der Familie, in der Schule und mit Gleichaltrigen sowie schulische Schwierigkeiten (s. Lern- und Leistungsdefizite) und einen erhöhten Leidensdruck. AD(H)S-Symptome und die Beeinträchtigungen bleiben sehr häufig (bis zu 67 %) bis in das Erwachsenenalter bestehen.

Definition "Lernschwierigkeiten bei AD(H)S oder Aufmerksamkeitsschwäche". Lernschwierigkeiten bei AD(H)S oder gravierenden Aufmerksamkeitsdefiziten (Aufmerksamkeitsschwäche) unterscheiden sich in ihrem Schweregrad. Der Schweregrad wird bestimmt durch die erwartungswidrig schwache Leistung, den emotional-motivationalen Lernvoraussetzungen und der psychischen Belastung des Kindes (Jugendlichen). Oftmals gehen diese Lern-Leistungsschwierigkeiten mit psychosozialen Problemen einher.

In der Regel gehen "Lernschwierigkeiten bei AD(H)S" mit motivationalen Defiziten einher. Mit dem Anwachsen der schulischen Anforderungen treten die AD(H)S-Symptome deutlicher hervor. Die Lernschwierigkeiten und Leistungsdefizite verstärken sich. - Zudem steigern sich bei Lern-Leistungsschwierigkeiten die Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, dies besonders bei gleichzeitig bestehender (komorbider) Lese- und/oder Rechtschreibstörung oder Rechenstörung. Bis zu einem Drittel der Kinder und Jugendlichen mit einer AD(H)S entwickeln eine Lernstörung oder komorbide Teilleistungsstörung (Lese- und/oder Rechtschreibstörung, Rechenstörung).

Betroffene Kinder und Jugendliche haben gravierende Schulleistungsprobleme und sie müssen vermehrt eine Klasse wiederholen. Sie fallen auch durch Unterrichtsausschluss und Schulverweise auf. Ohne therapeutische Interventionen ist die Schullaufbahn von Kindern und Jugendlichen mit einer AD(H)S selten begabungsadäquat.

Prävalenz (Häufigkeit). Von Lernschwierigkeiten bei AD(H)S oder gravierenden Aufmerksamkeitsdefiziten (Aufmerksamkeitsschwäche) sind bis zu 15 % der Schüler/innen betroffen. Dabei leiden über 5 % der Kinder und Jugendlichen unter einer Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität (ICD-10 F90.0) oder unter einer Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (F98.8).


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